Forschungsrahmen
Der DLI-Liquiditätsscore verdichtet strukturelle Daten des Federal-Reserve-Systems und der Kapitalmärkte in einem vierstufigen quantitativen Ablauf:
Direkte Anbindung an die APIs von FRED, Fiscal Data des US-Finanzministeriums und Markets der New York Fed — automatisierte Aufnahme mit Angleichung unterschiedlicher Frequenzen
Das Rückgrat des Hauptwerts — die Nettoliquidität (Fed-Bilanz − TGA − ON RRP) — wird als geglätteter 6-Monats-äquivalenter Fluss gemessen; die Kontextebenen Kredit und Marktrisiko nutzen rollierende 5-Jahres-Anspannungsperzentile. Indikatorseiten zeigen zusätzlich 10-Jahres-Median/MAD-z-Werte als Größeneinordnung
Die 12 verfolgten Indikatoren werden in 4 Übertragungsebenen gruppiert, die auf der Liquiditätskarte sichtbar sind: Politik/Reserven, Refinanzierung/Infrastruktur, Kredit/Intermediation, Risiko/Preis. Den Hauptwert treiben die ersten beiden — der Nettoliquiditätsfluss (Politik) und eine Übersteuerung bei akutem Refinanzierungsstress (Refinanzierung: der SOFR-IORB-Spread und die SRF-Nutzung). Die Ebenen Kredit und Marktrisiko erscheinen als Kontext und fließen nicht direkt in den Hauptwert ein.
Der Nettoliquiditätsfluss wird in einen Impuls überführt (reichlich, wenn Liquidität expandiert; angespannt, wenn sie abfließt). Ist das Barpolster des Systems dünn, wird die Empfindlichkeit gegenüber einem ABFLUSS verstärkt (ein reservebezogener Flussverstärker, nur für Abflüsse, damit er in Regimen reichlicher Reserven nicht fehlauslöst). Eine Übersteuerung bei akutem Refinanzierungsstress (der SOFR-IORB-Spread, der Rand der SOFR-Verteilung und die SRF-Nutzung) wird über ein Noisy-OR verbunden und per EWMA geglättet, was einen absoluten 0-100-Hauptwert ergibt. Unter 33 ist reichlich (Risk-on), über 67 angespannt (Risk-off). Der Wert ist ein absolutes Niveau — kein Perzentil — und bedeutet daher über Zyklen hinweg dasselbe. Über diesen „Fluss“-Wert hinaus trägt der Zustand eine zweite, orthogonale Achse der „strukturellen Verwundbarkeit“ (Polsterdicke × ob die Refinanzierung zu beißen beginnt): ein ruhiger Fluss auf dünnem Polster liest sich als fragil. Wichtig: Der DLI ist ein Maß für die Dollar-Liquiditätslage über Wochen bis Monate, kein Detektor für Marktstress oder Krisen.
Die Seite verfolgt 19 Indikatoren; 12 Kernindikatoren sind in 4 Ebenen organisiert — Politik/Reserven, Refinanzierung/Infrastruktur, Kredit/Intermediation und Risiko/Preis. Der DLI-Hauptwert ist kein gewichtetes Mittel dieser Ebenen: sein Rückgrat ist der geglättete 6-Monats-äquivalente Fluss der Nettoliquidität (Fed-Bilanz − TGA − ON RRP) aus der Politik-Ebene, plus eine Übersteuerung bei akutem Refinanzierungsstress (SOFR-IORB und SRF) aus der Refinanzierungs-Ebene; die Ebenen Kredit und Risiko/Preis erscheinen als stützender Kontext und gehen nicht in den Hauptwert ein. Die Prozentwerte in der Tabelle unten gewichten die andernorts auf der Seite gezeigte Ebenen-Aufschlüsselung, nicht den Hauptwert.
Nettoliquidität, M2 und die meisten Offshore-Maße werden als Kontext geführt. Den DLI-Hauptwert treiben der Nettoliquiditätsfluss (Fed-Bilanz − TGA − ON RRP), eine Bestandskomponente zur Reserveknappheit und eine Refinanzierungsstress-Übersteuerung (SOFR-IORB, SRF, steigende Fed-Swap-Linien); Kredit- und Marktrisiko-Ebenen sind Kontext, keine Eingaben in den Hauptwert.
| Ebene | Gewicht | Indikator | Straffungssignal |
|---|---|---|---|
| Politik / Reserven | 65% | Bilanzgröße | ↓ Fallend = angespanntere Liquidität |
| TGA-Saldo | ↑ Steigend = angespanntere Liquidität | ||
| ON RRP | ↑ Steigend = angespanntere Liquidität | ||
| Reservepuffer | ↓ Fallend = angespanntere Liquidität | ||
| Refinanzierung / Marktinfrastruktur | 10% | SOFR-IORB | ↑ Steigend = angespanntere Liquidität |
| SRF-Nutzung | ↑ Steigend = angespanntere Liquidität | ||
| Fed-Swap-Linien | ↑ Steigend = angespanntere Liquidität | ||
| Kredit / Intermediation | 5% | Liquiditätspuffer | ↓ Fallend = angespanntere Liquidität |
| HY-Spread | ↑ Steigend = angespanntere Liquidität | ||
| Risiko / Preis | 20% | VIX | ↑ Steigend = angespanntere Liquidität |
| Dollar-Index | ↑ Steigend = angespanntere Liquidität | ||
| Realrendite 10J | ↑ Steigend = angespanntere Liquidität |
Der DLI-Score verwendet feste absolute Schwellen auf der 0-100-Skala: unter 33 reichlich, 33-67 neutral, über 67 angespannt. Ein absoluter Wert (statt eines rollierenden Perzentils) hält die Bedeutung über Makrozyklen hinweg konstant.
| Score | Liquiditätslage | Risikoneigung (nachrangig) | Auslegung |
|---|---|---|---|
| < 33 | Reichlich | Risikofreudige Neigung | Reichliche Liquidität — in der Regel günstig für Risikoanlagen |
| 33 – 67 | Neutral | Ausgewogen | Lage im mittleren Bereich — auf marginale Verschiebungen und Treiber achten |
| > 67 | Angespannt | Defensive Neigung | Deutlich angespannte Liquidität — Risikoanlagen stehen starkem Gegenwind gegenüber |
Liquiditätsindikatoren tragen 1 bis 7 Tage Veröffentlichungsverzug, und die Indikatoren selbst bewegen sich täglich. Ein Regime-Label bei t bindet daher die Wertentwicklung bei t+20 nicht — bis dahin ist der DLI selbst in einen anderen Zustand gewandert.
Aktueller Zustand
Der DLI sagt Ihnen, ob die Dollar-Liquidität gerade reichlich, neutral oder angespannt ist. Dafür ist er gebaut.
Gleichlaufende Korrelation (≤10 T)
Wenn der DLI die tatsächliche Liquidität abbildet, zeigt sich das als gleichlaufende Korrelation innerhalb von rund 10 Tagen. Jenseits dieses Horizonts sind die Indikatoren selbst abgedriftet.
Keine Vorwärtsprognose
Wir zeigen bewusst keine „durchschnittlichen 20-/60-Tage-Vorwärtsrenditen je Regime“ — solche Zahlen vermischen unverbundene Zustände und erzeugen Scheinsignale.
Zentralbank-Indizes für Finanzierungsbedingungen und Liquidität (NFCI der Chicago Fed, CISS der EZB usw.) werden zeitgleich validiert, nicht über künftige Renditen. Der DLI ist ein Objekt derselben Art — ein von Politik und Infrastruktur getriebener gleichlaufender *Lage*-Index — der richtige Test ist daher die gleichlaufende Korrelation (die Anlagenansicht zeigt den Abfall über 1 / 5 / 10 / 20 Tage), nicht ein Vorwärts-Backtest. Zur Klarstellung: Der DLI entspricht keinem Marktstress- oder Krisenindex — er messt, wie locker oder straff die Liquiditätslage ist, nicht die akuten Stressereignisse selbst.
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